Starthilfe geben – in dieser Reihenfolge wird’s gemacht!

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    Oft lässt sich jedoch eine entleerte Batterie per Starthilfe wieder in Betrieb nehmen – man muss nur wissen, wie. Sowohl für den Pannenhelfer als auch den Fahrer des liegengebliebenen Fahrzeugs ist es daher hilfreich zu wissen, was im Fall der Fälle zu tun ist.

    Laut ADAC-Pannenstatistik werden bis zu 40% aller Fahrzeugpannen durch schlecht gewartete Autobatterien verursacht. Denn fällt die Kapazität der Batterie unter ein kritisches Niveau, kann sie die elektrischen Komponenten des Autos nicht mehr mit ausreichend Strom versorgen. Die meiste Energie wird dabei für den Startvorgang benötigt. Das Überbrücken mittels Starthilfekabel bleibt dann oft die letzte Lösung.

    Zuallererst: Die richtigen Werkzeuge und Hilfsmittel

    Die gute Nachricht für alle Betroffenen: Zum Überbrücken eines, mit entladener Batterie liegengebliebenen Autos, wird neben einem Helferfahrzeug mit einer intakten Batterie lediglich ein Starthilfekabel benötigt. Wichtig: Der Durchmesser des Kabels sollte mindestens 16 mm betragen. Für Autos mit großem Hubraum ist ein Starthilfekabel mit einem Querschnitt von 25 mm zu empfehlen. Das von der Panne betroffene Fahrzeug muss mit einer Batterie gleicher Spannung versorgt werden. Üblicherweise beträgt die Spannung der meisten Fahrzeuge 12 Volt, lediglich einige Oldtimer werden mit einer Bordspannung von 6 Volt betrieben. Bitte beachten Sie in jedem Fall die Angaben im Bordbuch beider Fahrzeuge.

     

    Die Autobatterie überbrücken – so geht es Schritt für Schritt

    1. Vorbereitung

    Beide Fahrzeuge sind auf ebenem Grund abzustellen und zu sichern. Dabei dürfen sich Helfer- und Pannenfahrzeug nicht berühren, ansonsten besteht die Gefahr eines Kurzschlusses. Bei vielen neuen Fahrzeugen befindet sich die Batterie nicht mehr im Motorraum, zumeist lassen sich Plus- und Minuspol dennoch schnell lokalisieren. Notfalls hilft ein Blick in die Betriebsanleitung. Der Motor muss bei beiden Fahrzeugen ausgeschaltet sein.

    Wichtig: Viele moderne Fahrzeuge, bei denen die Batterie nicht unter der Haube sitzt, haben „Jumpstart“-Anschlüsse im Motorraum, welche zwingend genutzt werden müssen – die Starthilfekabel dürfen dann nicht direkt an der Batterie angeschlossen werden.

     

    1. Anlegen des Starthilfekabels

    Das Starthilfekabel darf nur an den isolierten Kunststoffgriffen angefasst werden.

    Wichtig: Das rote Kabel wird immer am Pluspol befestigt, das schwarze Kabel entsprechend an den Minuspol geklammert. Zuerst wird die Klammer des roten Kabels an den Pluspol des Spenderfahrzeugs geklammert, das andere Ende des roten Kabels kommt an den Pluspol des liegengebliebenen Fahrzeugs. Anschließend wird die schwarze Klammer am Minuspol der Spenderbatterie befestigt.

    Wichtig: Das andere Ende des schwarzen Kabels sollte auf keinen Fall mit dem Minuspol, sondern mit der Karosserie des Liegenbleibers verbunden werden. Dazu eignet sich ein stabiles, unlackiertes Metallteil im Motorraum, beispielsweise der Motorblock des Fahrzeugs. Eine Befestigung direkt am Minuspol des liegengebliebenen Fahrzeugs ist nicht zu empfehlen, da es zu Funkenschlag kommen und die Batterie Schaden nehmen kann. Bei sehr alten Blei-Säure-Batterien könnte es gar zum Austritt von Batteriesäure kommen, die umstehende Personen gefährden könnte. Es besteht außerdem die Gefahr, dass sich eventuelles Knallgas entzündet, weshalb das Tragen einer Schutzbrille empfohlen wird.

    1. Starten der Fahrzeuge und lösen des Starthilfekabels

    Wichtig: Zuerst wird der Motor des Spenderfahrzeugs gestartet, erst dann der Motor des Pannenfahrzeugs. Verlief die Starthilfe erfolgreich, sollte im Pannenfahrzeug ein elektrischer Verbraucher wie Fahrlicht oder Heckscheibenheizung angeschaltet werden. So lassen sich Spannungsspitzen beim Ablösen der Klammern von den Polen vermeiden. Das Abnehmen der Kabelklammern erfolgt in umgekehrter Reihenfolge. Um die Batterie schnell wieder aufzuladen, empfiehlt sich eine längere Überlandfahrt. Eine Alternative ist der Anschluss der Batterie an ein Ladegerät.

    Übrigens…

    Nach jeder Tiefentladung sollte eine Fachwerkstatt aufgesucht werden, um der Ursache für den Ausfall auf den Grund zu gehen. Bei einer altersschwachen Batterie hilft auch die Starthilfe nur sehr kurzfristig und das Problem kann beim nächsten Startversuch erneut auftreten. Waren viele elektrische Verbraucher der Grund für die Entladung einer Batterie, die prinzipiell in Ordnung ist, lohnt sich ebenfalls ein Werkstatt-Besuch, da die Leistungseinbußen durch den Verlust aktiver Masse dauerhaft bestehen bleiben.

     

    1. Starthilfe erfolglos – was nun?

    Springt der Wagen nicht an oder wird umgehend wieder abgewürgt, sollte bis zum nächsten Starthilfeversuch etwa eine Minute gewartet werden. Bleibt das Überbrücken erneut erfolglos, ist oft ein schadhaftes oder ungeeignetes Starthilfekabel die Ursache. Hier ist der Versuch mit einem geeigneten oder intakten Starthilfekabel eine mögliche Lösung. Andere Ursachen können von einer Fachwerkstatt lokalisiert werden.

     

    1. Starthilfe-Booster als Alternative

    Eine gute Alternative zum klassischen Starthilfekabel ist der Einsatz eines Startboosters. Beim Startbooster handelt es sich um einen portablen Lithium-Ionen-Akku mit integriertem Starthilfekabel. Der Anschluss der Kabelzangen erfolgt identisch zum Anschluss eines Starthilfekabels. Wichtig: Auch ein Startbooster verliert bei winterlichen Temperaturen rasch an Kapazität, daher sollte der Startbooster bei Minusgraden nicht im Auto aufbewahrt werden.

     

    Wissenswertes über die Autobatterie

    So funktioniert die Autobatterie

    Die Batterie ist das elektrische Kraftwerk im Auto. Ihre Leistung bezieht sie aus dem elektrochemischen Potenzial zweier galvanischer Zellen. Werden Anode (Minuspol) und Kathode (Pluspol) der Autobatterie zu einem Stromkreis zusammengeschlossen, lassen sich elektrische Komponenten wie Fahrlicht und Anlasser betreiben.

     

    Gründe für den Leistungsabfall einer Autobatterie

    Angesichts der hohen Zahl von elektrischen Verbrauchern in modernen Autos muss die Autobatterie heute mehr leisten als früher. Batterien geeignet für die Start-Stopp-Technologie sind robuster als die Blei-Säure-Batterien alter Bauart, doch auch sie erreichen irgendwann das Ende ihrer Nutzungsdauer. Zudem unterliegt jede Autobatterie dem Effekt der Selbstentladung, daher sollten Sie sichergehen, dass bei langen Standzeiten alle elektrischen Verbraucher auch wirklich ausgeschaltet oder abgezogen sind. Wird der Batteriezustand dann nicht regelmäßig gecheckt, droht der Ausfall zum falschen Zeitpunkt.

     

    Lesen Sie mehr über mögliche Ursachen, warum das Auto nicht anspringt.

     

    So bleibt die Autobatterie lange in Schuss

     

    Sinnvoll ist ein Batteriecheck im Zuge der regulären Inspektion. So lassen sich Leistungsschwächen und Schäden frühzeitig erkennen. Zuverlässigkeit und Nutzungsdauer der Batterie können gesteigert werden, indem die Batterie im Winter regelmäßig per Ladegerät aufgeladen wird.

    Wichtig: Eine Tiefentladung ist ebenso zu vermeiden, wie Feuchtigkeit und Schmutz, die Kriechströme verursachen können, was zu einer schleichende Entladung der Batterie führen kann.

     

    So pflegen Sie die Autobatterien richtig.